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Projekte

Grünliberale Parolenfassung der Zukunft

1. Die Ausgangslage.

Die GLP Schweiz steht Anfang 2024 vor der Herausforderung, ihre Mitglieder stärker in die parteiinterne Willensbildung und insbesondere in die Parolenfassung einzubeziehen. Vor diesem Hintergrund erteilte sie dem glp lab den Auftrag, den Parolenfassungsprozess systematisch zu analysieren und weiterzuentwickeln. Ziel war es, neue Wege zu finden, wie Mitglieder besser informiert, stärker beteiligt und gleichzeitig die Sektionen entlastet werden können.

Folgende Vision wurde definiert: „Die GLP begeistert die Wähler:innen und gestaltet erfolgreich die Zukunft, weil man sich aktiv an der Willensbildung und Parolenfassung beteiligen kann.“

2. Das Identifizieren der Baustellen.

2.1 Die quantitative Umfrage.

Im April 2024 führte das Lab eine breit angelegte Umfrage für Verantwortliche der Parolenfassung aus verschiedenen Sektionen durch. Es nahmen insgesamt 105 Personen teil. Die wichtigsten “Baustellen” des aktuellen Parolenfassungsprozesses lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Aufbereitung der Informationen: Die Zusammenstellung von Entscheidungsgrundlagen und Unterlagen ist mit grossem Aufwand für die Sektionen verbunden.
  • Planung und Termine: Zeitpläne und Sitzungstermine stehen oft im Widerspruch zu Bottom-up-Ansätzen; viele Mitglieder können aus zeitlichen Gründen nicht an der entscheidenden Sitzung teilnehmen und viele Sitzungen finden erst statt, nachdem sich Fraktion und Delegierte bereits für eine Richtung entschieden haben.
  • Entscheide und Beteiligung: Rund die Hälfte der Parolen werden faktisch durch die Vorstände gefällt. Bei der anderen Hälfte wird die Beteiligung der Basis an der Parolenfassung von vielen als zu tief eingeschätzt (aktuelle Beteiligung wurde von 22% der Befragten auf unter 10% geschätzt, während weitere 58% der Befragten die Beteiligung auf 10% – 25% schätzen).
  • Durchführung und Analyse: Die Abläufe sind bislang wenig digitalisiert und kaum standardisiert, was die Auswertung und den Austausch von Erfahrungen erschwert.

2.2 Die qualitativen Interviews.

Um die Umfrageergebnisse zu vertiefen, führte das glp lab sechs vertiefende Interviews mit Parolenfassungs-Verantwortlichen. Ziel der Interviews war es, die Herausforderungen und Bedürfnisse der Sektionen besser zu verstehen.

Die Interviews bestätigten im Kern die Resultate der Umfrage und gaben zudem wertvolle Einblicke in praktische Hürden (fehlende Tools, begrenzte Ressourcen) und in funktionierende Elemente, an die das Projekt anknüpfen konnte. Zusammenfassend lässt sich sagen:

  • Die Parolenfassung wird in den Sektionen sehr unterschiedlich gehandhabt; von stark zentralisierten Entscheiden bis zu breit angelegten Partizipationsprozessen ist alles vertreten.
  • In vielen Sektionen tragen wenige Personen die Hauptlast der Vorbereitung, Moderation und Auswertung, neben ihren anderen Vorstandstätigkeiten.
  • Digitale Werkzeuge werden punktuell genutzt, jedoch selten systematisch in einen durchgängigen Prozess eingebunden, geschweige denn über viele Sektionen verteilt.

3. Die Online-Ideenküche.

Es folgte eine Online-Ideenküche, in der 36 Teilnehmende gemeinsam Lösungsansätze für die identifizierten Herausforderungen erarbeiteten. Dabei wurden die Ideen bewusst noch eher vage formuliert, um in einem weiteren Schritt konkretisiert zu werden. Vier hauptsächliche Stossrichtungen wurden festgehalten: