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In retrospektive des glp lab Projekts zur Grünen Gentechnik und dessen Abschlussbericht, stelle ich als Projektleiter hier noch ein paar Gedanken zur Verfügung, als Reflexion und persönliches Fazit, und um zum Nachdenken anzuregen.
Veränderung ist die natürlichste Sache der Welt.
Nur mit Veränderung können wir uns anpassen. Nur durch Veränderung kam es zur Evolution allen Lebens auf der Erde.
Mutationen passieren jeden Tag – sie sind der Motor unserer Geschichte. Veränderung ist Leben.
Seit 12’000 Jahren formen wir Pflanzen mit Mutationen – früher zufällig, später gezielt. Heute wären wir technisch in der Lage, eine einzelne gewünschte Mutation exakt zu setzen, doch genau das ist derzeit verboten – weil es angeblich nicht natürlich ist.
Diese Paradoxie war ein zentrales Thema des Abends – und sie hat deutlich gemacht, wie wichtig Begriffsklärung, Offenheit und wissenschaftliche Bildung in diesem Diskurs sind. Die Diskussion um die Grüne Gentechnik ist bereits jahrzehnte lang eine Diskussion verschiedener Meinungen und Glaubensrichtungen, während die Fakten sich dabei schon längst geändert und zugunsten der Gentechnik verschoben haben. Wir haben es hier mit einer Technologie zu tun, die seit 30 Jahren über die ganze Welt verteilt Anwendung findet.
Ich bin froh, mit meinem Beitrag zur wissenschaftlichen Einordnung Grüner Gentechnik ein wenig zur Aufklärung beigetragen zu haben. Ein grosser Dank geht an das glp lab für die Plattform, an alle Teilnehmenden für ihren wertvollen Input und an das glp lab GG Team, das sich tief in Themen wie Ethik, Regulierung, Vorsorgeprinzip und Innovationspolitik eingearbeitet hat.
Markus‘ 1×1 zum Begriff „natürlich“ im Zusammenhang mit der Grünen Gentechnik:
1️⃣ Veränderung ist die natürlichste Sache der Welt.
2️⃣ Nur mit Veränderung können wir uns anpassen.
3️⃣ Nur durch Veränderung kam es zur Evolution allen Lebens auf der Erde.
4️⃣ Veränderungen in den Genen eines Lebewesens nennt man Mutationen.
5️⃣ Mutationen können die Eigenschaften eines Lebewesens verändern – zum Beispiel seine Farbe.
6️⃣ Mutationen passieren jeden Tag und überall.
7️⃣ Seit rund 12’000 Jahren, also seit Beginn der Landwirtschaft, nutzen wir Mutationen, um Pflanzen mit neuen Eigenschaften – etwa höherem Ertrag – zufällig auszuwählen und gezielt weiter zu vermehren.
8️⃣ Seit gut 100 Jahren kreuzen wir Pflanzen gezielt, um vorteilhafte Mutationen zu kombinieren.
9️⃣ Seit etwa 70 Jahren erzeugen wir tausende Mutationen gleichzeitig in zufälligen Pflanzengenen, um neue Eigenschaften zu erzeugen, indem wir Samen gezielt radioaktiver Strahlung oder giftigen Chemikalien aussetzen um Mutationen zu erzeugen.
🔟 Und heute könnten wir eine einzige Mutation gezielt dort erzeugen, wo wir sie haben wollen. Doch genau das ist verboten –
…weil es gezielt und nicht natürlich ist.
💭 …eine paradoxe Realität, die zum Nachdenken anregen sollte.