September 22, 2020

Food Save statt Food Waste

In der Schweiz werden jährlich rund 2.8 Mio. Tonnen Lebensmittel weggeworfen, deren Herstellung und Vertrieb äusserst ressourcenintensiv ist. Sowohl bei der Herstellung, Verarbeitung, Verpackung und Lagerung wie auch beim Transport entstehen klimaschädigende Emissionen. Zudem werden Böden, Wasser und Luft mit Schadstoffen belastet. Umso schwerwiegender ist es, wenn diese Lebensmittel dann nicht konsumiert werden, sondern direkt wieder im Abfalleimer landen. Nach den Zahlen des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) ist die Lebensmittelverschwendung für 25% der ganzen Umweltbelastung unserer Ernährung in der Schweiz verantwortlich. Und sie wäre vermeidbar.

Das Thema Food Waste hat in den letzten Jahren auch politisch vermehrt Aufmerksamkeit erlangt. Seit März 2013 wurden im Rahmen des «Aktionsplans Grüne Wirtschaft» erste Massnahmen zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung erarbeitet. Darauffolgend bekannte sich die Schweiz 2015 durch die Verabschiedung der UN-Agenda 2030 für eine nachhaltige Entwicklung auch international zur Verringerung der Lebensmittelabfälle. Sie verpflichtete sich damit zur Halbierung des anfallenden Food Wastes bis ins Jahr 2030. Ende November 2019 startete zudem die durch die Stiftung Pusch geleitete, und durch das BAFU sowie diverse Kantone, Städte und Food Waste-Initiativen unterstützte nationale Kampagne «SAVE FOOD, FIGHT WASTE». Auch das Parlament hat den Handlungsbedarf in Sachen Lebensmittelverschwendung erkannt und hat am 5. März 2019 das Postulat (18.3829) «Aktionsplan gegen die Lebensmittelverschwendung» von glp-Nationalrätin Isabelle Chevalley angenommen, ebenso die Motion von Martina Munz (SP) «Food Waste. Stopp der Lebensmittelverschwendung».

In Ergänzung zu diesen Massnahmen schlägt der vorliegende Policy Brief fünf Handlungsempfehlungen vor, die im Rahmen des glp lab Food Waste entwickelt wurden, um die Lebensmittelverschwendung in der Schweiz weiter zu reduzieren.

Die Ideen

Vorschlag #1

Steuerliche Wertschätzung abgeschriebener Lebensmittel im Detailhandel

Vorschlag #2

Steuerliche Anerkennung von Naturalspenden durch Landbewirtschaftende an gemeinnützige, nicht-gewinnorientierte Organisationen

Vorschlag #3

Einführung eines nationalen Labels zur Offenlegung der Ressourcenintensität/Klimabelastung von Lebensmitteln

Vorschlag #4

Die Kantone werden aufgefordert, Asylsuchenden und vorläufig Aufgenommenen im Rahmen von Beschäftigungsprogrammen Kurzeinsätze als Erntehelfende bei Landbewirtschaftenden zu ermöglichen

Vorschlag #5

Der Bund und die Kantone werden dazu aufgerufen, in den Mensen ihrer Verwaltungen und den von ihnen finanzierten öffentlichen Institutionen die Verwertung von nicht-konformem Food Waste-Gemüse zu fördern

Zum ausführlichen Policy Brief